Music Interviews

COMEBACK KID
mit Andrew Neufeld

e-Trado GmbH

Interview mit Andrew Neufeld

COMEBACK KID: Interview mit Andrew Neufeld

Heute startet eure Europa-Tour zu "Die Knowing". Was können die Fans von den Shows erwarten?
Diejenigen, die COMEBACK KID schon live gesehen haben, können ein paar Veränderungen erwarten. Unser Drummer Kyle spielte seine letzte Show vor einiger Zeit und für diese Tour haben wir Jesse von NO WARNING an den Drums. Außerdem gibt es mit "Die Knowing" eine neue Platte von uns und wir werden einige neue Nummern bringen. Wir wollen aber von jedem Album genug Songs in der Setlist haben.
Habt ihr schon neues Material in den USA oder Kanada gespielt? Oder ist diese Tour das erste Mal? Wir haben schon ein paar Tracks gespielt, aber wir wollen immer mehr ins Set einfügen. Heute spielen wir zum Beispiel einen "Die Knwoing"-Song mehr als in Nordamerika. Wir experimentieren noch etwas herum und verbessern hier und da etwas.
Wie hat das Publikum auf die neuen Songs bisher reagiert? Immerhin ist das neue Material härter als je zuvor.
Als wir in den USA tourten, kam das Album erst raus als wir schon auf Tour waren. Die Leute konnten also erst später das neue Zeug hören. Es war cool, dass die Leute anfangs nichts vom neuen Zeug kannten, nach dem Release wurde es immer besser. Wir wollen die Leute allerdings nicht mit den neuen Tracks überfordern, heute Abend werden es wohl drei werden.
Mir kommt es so vor als ob ihr, verglichen mit den Touren von vor drei oder vier Jahren, wieder in kleineren Hallen spielt. War das eine bewusste Entscheidung oder wurden die Shows einfach nur so gebucht?
Ja, die Shows wurden halt so organisiert. Wenn wir mit vier Bands oder so auf Tour gehen, die alle selber Headliner sein könnten, wie etwa bei der "Rebellion"-Tour (Die war letztes Jahr, u.a. mit COMEBACK KID, MADBALL, TERROR und YOUR DEMISE - SB.) oder auch Touren, wo wir selber Headliner waren, sind größere Hallen sinnvoll. Dieses Mal haben wir junge und unbekannte Bands dabei, also wollten wir es etwas kleiner halten.
Lass uns mal über "Die Knowing" sprechen. Wieso hat es dieses Mal relativ lange gedauert? "Symptons + Cures" erschien vor mehr als dreieinhalb Jahren.
Wir nehmen uns immer Zeit für das Songwriting, aber dieses Mal haben wir viel getourt und leben mittlerweile in verschiedenen Städten. Letztes Jahr haben wir uns auch bewusst Zeit genommen für die Jubiläumstour zum zehnten Geburtstag von "Turn It Around" mit unserem alten Sänger Scott Wade. Ich glaube, dass es hilfreich für die Band ist, dass wir etwas länger brauchen, um ein neues Album zu veröffentlichen.
Was sind deiner Meinung nach die größten Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger?
Auf "Symptoms + Cures" waren ein paar wirklich heftige Hardcore-Songs. "Die Knowing" hingegen besinnt sich eher auf den metallischen 90er Jahre Hardcore-Sound. Wir hören die Musik vielleicht nicht mehr so häufig, aber das ist unser musikalischer Background. Bands wie MADBALL oder MERAUDER und 100 DEMONS. Das waren nicht unbedingt unsere Haupteinflüsse beim Songwriting, aber wir haben gerne Thrash Metal wie EXODUS gehört zu der Zeit. Insgesamt wollten wir es wieder etwas simpler halten.
Mir gefällt 'Didnt Even Mind' am Besten von "Die Knowing", weil er eine ziemlich rockige Note hat. Habt ihr euch Gedanken gemacht, ob so ein ungewohnter Sound nicht vielleicht sogar ein paar Fans abschrecken könnte?
Auf jeden Fall! Ich schrieb den Refrain und brachte das Riff mit in den Proberaum. Ich wollte von den anderen wissen, ob sie der Meinung wären, ob wir so einen melodischen Part für das Album verwenden könnten. Hätten sie es abgelehnt, hätte ich das Riff woanders verwendet. Wir haben uns dafür entschieden damit zu arbeiten. Als wir 'Didn't Even Mind' aufnahmen, wollte ich es eigentlich gar nicht mehr auf dem Album haben, weil ich dachte, dass er vielleicht nicht zum Rest passen würde. Aber die Jungs haben mich überzeugt und ich finde, dass der Song die zweite, eher melodischere Albumhälfte einläutet.
Als festes Bandmitglied ist mittlerweile auch Stu Ross dabei, der früher bei MISERY SIGNALS spielte. Eine Band, die einen wesentlich technischeren Sound hat als ihr. Wie hat er sich beim Songwriting eingebracht?
Er hat eigentlich überall etwas zugesteuert und bei 'Losing Sleep' war er der Hauptsongwriter. COMEBACK KID hat schon so viele Line-Up-Wechsel durchgemacht, so dass wir skeptisch waren, ob die neuen Leute auch länger bleiben würden und somit am Songwriting teilnehmen sollten oder nicht. Aber Stu hat sich super eingebracht und ich habe die anderen dazu gebracht, dass Stu mitschreiben kann.
Du hast vorhin kurz die "Turn It Around"-Jubiläumstour erwähnt. Wie waren die Shows? Immerhin habt ihr im alten Line-Up gespielt.
Es war super wieder mit Scott (Scott Wade war Sänger auf den ersten beiden Alben als Neufeld noch Gitarrist war - SB) auf einer Bühne zu spielen. Er ist einer meiner besten Freunden und es war eine super Zeit.
Kam dir je der Gedanke eine permanente Reunion mit Scott am Mikro zu machen? Oder war es vornherein klar, dass es nur bei dieser Tour bleiben wird?
Ja, das war klar. Ich denke nicht, dass es klappen würde, wenn er wieder Teil der Band wäre, haha.
Was steht bei euch als nächstes an?
Touren! Wir werden für Festivals wieder nach Europa kommen, aber es gibt auch Shows in Asien. Im Herbst werden wird dann eine recht große Tour folgen, aber da darf ich noch nichts zu sagen.

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Text © by Sebastian Berning